Was macht eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Psychologin oder Therapeutin eigentlich genau?

Eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, häufig auch als Kinderpsychologin, Jugendpsychotherapeutin oder Therapeutin für Kinder und Jugendliche bezeichnet, ist spezialisiert darauf, Kinder und Jugendliche bei psychischen Belastungen, Verhaltensauffälligkeiten oder Entwicklungsproblemen zu unterstützen. In einer sicheren und vertrauensvollen Umgebung hilft sie jungen Menschen und ihren Familien, mit Herausforderungen wie Ängsten, Depressionen, Schulproblemen, familiären Konflikten oder sozialen Schwierigkeiten umzugehen. Die Therapie basiert auf wissenschaftlich fundierten Methoden, wie hier der Verhaltenstherapie, Traumatherapie und EMDR, die individuell auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen abgestimmt sind.

Kognitive Verhaltenstherapie – was ist das?

Kognitive Verhaltenstherapie für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

In meiner Praxis biete ich kognitive Verhaltenstherapie speziell für Kinder und Jugendliche an. Dabei geht es darum, herauszufinden, wie deine Gedanken, Gefühle und dein Verhalten miteinander verbunden sind und wie wir schwierige Situationen besser bewältigen können.

Manchmal stecken hinter Ängsten, Sorgen oder Konflikten bestimmte Denkmuster oder Verhaltensweisen, die es dir schwer machen. Gemeinsam arbeiten wir daran, diese Muster zu erkennen und durch hilfreiche, positive Alternativen zu ersetzen. Du lernst, wie du deine Gefühle besser verstehst, schwierige Situationen meisterst und mehr Selbstvertrauen gewinnst.

Wir machen das auf eine Art, die für dich verständlich und gut umsetzbar ist. Mit Übungen, Gesprächen und praktischen Tipps schauen wir, was dir wirklich hilft. Deine Eltern oder andere wichtige Personen können, wenn du möchtest, in den Prozess einbezogen werden.

Melde dich gerne, um mehr über die Therapie zu erfahren oder einen Termin zu vereinbaren. Ich freue mich darauf, dich zu unterstützen!

EMDR – was ist das und wie funktioniert es?

EMDR für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) kann dir dabei helfen, schwierige Erlebnisse oder belastende Erinnerungen zu verarbeiten, damit sie dich nicht mehr so stark belasten. Wichtig ist: EMDR wird immer eingebettet in eine umfassende therapeutische Behandlung. Wir nehmen uns Zeit, um alles gut vorzubereiten und die Therapie auf dich abzustimmen.

Wie funktioniert EMDR?

Manchmal passiert es, dass unser Gehirn schlimme oder stressige Erlebnisse nicht richtig „abspeichern“ kann. Diese Erinnerungen können dann z. B. Ängste, schlechte Träume oder ein ungutes Gefühl auslösen. Mit EMDR unterstützen wir dein Gehirn dabei, diese Erinnerungen neu zu ordnen und zu verarbeiten.

Während du an das schwierige Ereignis denkst, folgen deine Augen den Bewegungen meiner Hand oder du bekommst sanfte Reize, wie Klopfen oder Töne. Dabei kommen gezielte bilaterale Reize (also Reize auf beiden Seiten des Körpers) zum Einsatz. In meiner Praxis nutze ich verschiedene Methoden. Dazu gehören herkömmliche Handbewegungen, denen deine Augen folgen, sanftes Tappen auf deine Hände oder Knie sowie ein EMDR-Kid, das mit Lichtsignalen, sanften Vibrationen oder leisen Tönen arbeitet. Wir entscheiden gemeinsam, welche Methode sich für dich am besten anfühlt und dir am meisten hilft.

Wie läuft das Ganze ab?

Bevor wir mit EMDR starten, sprechen wir ausführlich darüber, was dich belastet und wie ich dir helfen kann. Wir bereiten dich gut auf die Sitzungen vor, damit du dich sicher fühlst. Nach der EMDR-Behandlung begleite ich dich weiter, um sicherzustellen, dass du die Veränderungen gut in deinen Alltag einbauen kannst.

Was bringt dir EMDR?

Nach der Therapie fühlst du dich oft erleichtert: Die Erinnerungen bleiben zwar Teil deiner Geschichte, lösen aber keine unangenehmen Gefühle mehr aus. Das macht es dir leichter, dich wieder auf die schönen Dinge in deinem Leben zu konzentrieren.

Wenn du oder deine Eltern mehr über EMDR und meine Arbeit erfahren möchten, melde dich gerne bei mir. Gemeinsam finden wir heraus, ob diese Methode für dich passt!

 

Was ist Traumatherapie?

In einer Traumatherapie geht es darum, dir zu helfen, das, was passiert ist, besser zu verstehen und zu verarbeiten. Dabei arbeiten wir gemeinsam daran, dass du dich sicherer fühlst und besser mit deinen Gefühlen und Erinnerungen umgehen kannst. Ein wichtiger Teil der Traumatherapie ist, das schwere Erlebnis nach und nach einzuordnen und seinen richtigen Platz zu finden.

Das bedeutet, dass wir gemeinsam daran arbeiten, die Erinnerung an das Erlebnis so zu sortieren, dass sie dich im Alltag nicht mehr belastet. Stell dir vor, dein Gehirn ist wie ein großer Schrank voller Schubladen. Wenn etwas Schlimmes passiert, landet die Erinnerung oft „ungeordnet“ irgendwo im Schrank, so dass sie immer wieder herausfällt und stört. In der Therapie helfen wir dir, diese Erinnerung so zu verpacken, dass sie in eine passende Schublade passt. Dann weiß dein Gehirn, dass sie dort sicher liegt, und sie stört nicht mehr deinen Alltag.

Das passiert Schritt für Schritt und auf eine Art, die zu dir passt. Vielleicht durch Gespräche, kreatives Arbeiten wie Malen oder Schreiben, oder durch Übungen, die dir helfen, dich zu entspannen und deinen Körper besser wahrzunehmen. Es ist wichtig, dass alles in deinem Tempo passiert und du dich dabei wohlfühlst.

Eine Traumatherapie zeigt dir, dass das, was passiert ist, zwar ein Teil deiner Geschichte ist, aber dich nicht bestimmen muss. Du kannst lernen, dich wieder sicherer, freier und stärker zu fühlen. Du bist nicht allein, und es gibt einen Weg, wie es dir besser gehen kann.

Was ist eine psychische Störung?

Wenn das Denken, Fühlen oder Verhalten so verändert ist, dass es für die betroffene Person belastend ist und das Leben im Alltag schwierig macht, spricht man von einer psychischen Störung.

Wer kann betroffen sein?

Jeder – Kinder, Jugendliche und Erwachsene können psychische Störungen entwickeln.

Wie erkennt man eine psychische Störung?

Wenn jemand über längere Zeit traurig, ängstlich oder wütend ist oder Schwierigkeiten hat, Dinge zu bewältigen, die früher problemlos funktioniert haben – und dies von der Person selbst oder auch von ihrer Familie, Schule, Ausbildung, dem Arbeitgeber oder Freundeskreis als belastend empfunden wird – kann dies auf eine psychische Störung hinweisen.

Was sind mögliche Ursachen?

Psychische Störungen können durch verschiedene Faktoren entstehen. Dazu gehören belastende Situationen wie Stress in der Schule oder Familie, schwierige Erlebnisse wie Trennungen oder Verluste, körperliche Veränderungen – etwa in der Pubertät – oder auch erbliche Einflüsse. Oft spielt eine Kombination dieser Faktoren eine Rolle.

Kann man etwas tun?

Ja! Ich kann dir dabei helfen, die Situation zu verstehen und gemeinsam herauszufinden, welche Unterstützung für dich am besten passt. Es gibt verschiedene Hilfsangebote – von Gesprächen und Übungen in der Therapie bis hin zu Beratungsmöglichkeiten oder weiteren Unterstützungsangeboten außerhalb der Praxis. Gemeinsam schauen wir, was dir helfen kann, damit dein Alltag wieder leichter wird.

Was ist wichtig zu wissen?

Leidensdruck ist ein Zeichen, dass Hilfe sinnvoll ist. Es ist mutig, Unterstützung anzunehmen – und es gibt immer Wege, wie es besser werden kann.

Welche Arten von psychischen Störungen gibt es?

Es gibt viele verschiedene Arten von psychischen Störungen, die sich auf das Denken, Fühlen und Verhalten auswirken können. Diese werden im ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten, 10. Ausgabe) und im neueren ICD-11(die aktuelle Version) beschrieben. Hier findest du einige Beispiele, die besonders bei Kindern oder Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftreten können:

ADHS

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine neurologisch bedingte Entwicklungsstörung, die sich oft schon im frühen Kindesalter zeigt. Sie ist durch Schwierigkeiten in Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Hyperaktivität gekennzeichnet, die den Alltag des Kindes und seiner Familie beeinflussen können. Die Ursachen von ADHS sind vielfältig. Genetische Veranlagungen spielen eine große Rolle, da ADHS häufig familiär gehäuft auftritt. Neurologische Besonderheiten, insbesondere in den Gehirnbereichen, die für Aufmerksamkeit und Impulskontrolle zuständig sind, sowie frühkindliche Belastungen wie Stress in der Schwangerschaft oder Geburtstraumata können das Risiko erhöhen.

1. ADHS im Vor- und Grundschulalter

mögliche Symptome einer ADHS

Kinder mit ADHS haben oft Probleme, sich über längere Zeit zu konzentrieren, lassen sich leicht ablenken und vergessen häufig Anweisungen oder Materialien. Sie wirken unruhig, zappeln viel, verlassen ihren Sitzplatz in unpassenden Momenten und können nur schwer ruhig sitzen bleiben. Zudem handeln sie impulsiv, unterbrechen Gespräche oder Unterricht, können schlecht abwarten und handeln manchmal unüberlegt.

Wie zeigt sich ADHS im Alltag? 

Im Vorschulalter fallen Kinder mit ADHS oft durch Unruhe und Impulsivität auf. Spätestens im Grundschulalter werden die Schwierigkeiten offensichtlich, da sie den schulischen Anforderungen schwer nachkommen können. Typisch sind eine geringe Frustrationstoleranz und emotionale Ausbrüche.

Möglichkeiten der Unterstützung 

Strukturierte Tagesabläufe, klare Regeln und kurze Anweisungen können Kindern mit ADHS helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen. Verhaltenstherapie kann sie unterstützen, ihre Selbstregulation, Aufmerksamkeitslenkung, Selbststrukturierung und Motivation zu verbessern. In einigen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung hilfreich sein. Elternberatung ist essenziell, um den Umgang mit ADHS im Familienalltag zu erleichtern.

2. ADHS bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Für Eltern und Bezugspersonen:

ADHS verändert sich oft, wenn Kinder älter werden. Während es im Vor- und Grundschulalter häufig durch äußeres Verhalten wie Zappeln oder impulsives Handeln auffällt, zeigt sich ADHS bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen anders. Statt körperlicher Unruhe stehen häufig innere Herausforderungen im Vordergrund.

Viele Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS haben Schwierigkeiten, sich länger auf Aufgaben wie Schularbeiten oder Projekte zu konzentrieren. Ihre Gedanken schweifen leicht ab, oder sie brauchen lange, um mit etwas anzufangen. Auch die Organisation des Alltags kann problematisch sein: Es fällt schwer, Aufgaben rechtzeitig zu erledigen, wichtige Termine im Blick zu behalten oder persönliche Dinge nicht zu verlieren. Gleichzeitig fühlen sich viele innerlich unruhig, angespannt oder überfordert, auch wenn sie äußerlich ruhig wirken.

Ein weiteres Merkmal von ADHS in diesem Alter ist die emotionale Impulsivität. Gefühle wie Wut, Frustration oder Traurigkeit können plötzlich und mit großer Intensität auftreten, oft ohne, dass man das Gefühl hat, sie beeinflussen zu können. Das führt manchmal dazu, dass man sich danach schlecht fühlt oder sich für die Reaktion schämt. Viele Betroffene erleben außerdem Antriebsschwierigkeiten: Obwohl sie wissen, was zu tun ist, und die Aufgabe wichtig finden, können sie sich einfach nicht motivieren, anzufangen.

3. Für Jugendliche und junge Erwachsene:

ADHS zeigt sich bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen oft subtiler. Das bedeutet, dass es nicht so direkt auffällt wie bei jüngeren Kindern. Die Schwierigkeiten können aber genauso belastend sein, weil in der weiterführenden Schule, im Studium oder im Berufsleben mehr von dir erwartet wird. Wenn du dich dauernd überfordert fühlst, liegt das nicht daran, dass du faul oder unmotiviert bist – ADHS beeinflusst die Art, wie dein Gehirn Informationen verarbeitet und auf Reize reagiert.

Wenn du das Gefühl hast, dass ADHS dich im Alltag beeinträchtigt, ist es wichtig, darüber zu sprechen. Es gibt viele Wege, die dich unterstützen können – zum Beispiel Strategien für besseres Zeitmanagement, Techniken, um deine Konzentration zu stärken, oder in manchen Fällen auch Medikamente.

ADHS bringt nicht nur Schwierigkeiten mit sich, sondern auch Stärken wie Kreativität, Flexibilität und die Fähigkeit, neue Ideen schnell zu entwickeln – Eigenschaften, die dich stark machen können und die im Leben vieles erleichtern können.

Angststörungen

Angst gehört zum Leben dazu und ist ein Gefühl, das jeder von uns kennt. Angst hilft uns manchmal, aufmerksamer zu sein oder Gefahren zu vermeiden. Aber manchmal wird die Angst so stark, dass sie uns im Alltag Probleme macht – zum Beispiel, wenn wir nicht mehr gut schlafen können, Schule oder Freunde meiden oder uns ständig Sorgen machen. Wenn das passiert, sprechen Fachleute von einer Angststörung. Es gibt unterschiedliche Arten von Angststörungen, die sich auf verschiedene Weisen zeigen können. Hier ein paar Beispiele:

Spezifische Phobien

Diese beziehen sich auf eine starke Angst vor bestimmten Dingen oder Situationen. Die Angst ist oft intensiver, als es die Situation rechtfertigt. Hier findest du einige Beispiele:

  • Angst vor bestimmten Tieren
  • Leistungs- oder Prüfungsangst
  • Emetophobie (Angst sich zu übergeben oder davor das andere dies tun)
  • Hämatophobie (Angst vor Blut)

Generalisierte Angststörung

Eine Generalisierte Angststörung ist eine Form der Angststörung, bei der Menschen ständig besorgt sind – oft ohne einen bestimmten Grund. Es geht also nicht um eine Angst vor einer bestimmten Sache, sondern um ein ständiges Grübeln und Sorgenmachen über viele verschiedene Themen. Oft wirkt die Angst übertrieben oder unangemessen, aber für die Betroffenen fühlt sie sich sehr real und belastend an. Diese Sorgen betreffen viele verschiedene Bereiche des Lebens, wie die Schule, Freundschaften, Familie oder die Gesundheit.

Panikstörung / Panikattacken

Eine Panikstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der jemand plötzlich und ohne Vorwarnung sehr starke Ängste hat. Diese Ängste kommen in Form von sogenannten Panikattacken, die beängstigend und körperlich intensiv sein können. Es fühlt sich an, als würde etwas sehr Schlimmes passieren, obwohl in Wirklichkeit keine Gefahr besteht. Panikattacken sind nicht nur eine normale Reaktion auf Stress, sondern sie passieren ohne erkennbaren Grund und können jederzeit auftreten – sogar wenn man sich ruhig fühlt.

Eine Panikattacke dauert in der Regel nur wenige Minuten, aber sie kann sich sehr intensiv anfühlen. Typische Symptome sind: schneller Herzschlag oder das Gefühl, das Herz würde „rasen“, Schwierigkeiten beim Atmen oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, Zittern oder Schwindel, Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust, Schweißausbrüche, Übelkeit oder Bauchschmerzen und/ oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder „verrückt“ zu werden.Wichtig: diese Symptome sind nicht gefährlich, auch wenn sie sich so anfühlen. Sie sind einfach eine Reaktion des Körpers auf übermäßige Angst.

Soziale Phobie

Eine soziale Phobie bedeutet, dass jemand große Angst hat, in bestimmten oder allen sozialen Situationen negativ beurteilt zu werden. Betroffene haben oft die Sorge, in der Öffentlichkeit etwas Falsches zu tun, sich ungeschickt zu verhalten oder von anderen Menschen abgelehnt zu werden. Die Angst kann sich nur auf bestimmte Situationen beschränken, wie zum Beispiel das Sprechen vor der Klasse oder das Kennenlernen neuer Leute, oder auch auf alle sozialen Begegnungen.

Trennungsangst

Trennungsangst zeigt sich bei Kindern oft durch Weinen, Anhänglichkeit oder Angst vor dem Alleinsein, während sie sich bei Jugendlichen eher in Sorgen um das Wohl der Eltern oder in der Angst, von der Familie getrennt zu werden, äußert. Sie wird als Störung betrachtet, wenn sie über das normale Maß hinausgeht, den Alltag erheblich beeinträchtigt und über mehrere Wochen besteht. Anzeichen dafür sind starke körperliche Symptome, intensive Angst oder Vermeidungsverhalten.

Anpassungsstörungen

Eine Anpassungsstörung tritt auf, wenn jemand Schwierigkeiten hat, sich an größere Veränderungen oder stressige Ereignisse in seinem Leben anzupassen. Diese Veränderungen können zum Beispiel der Umzug in eine neue Stadt, der Verlust eines geliebten Menschen, Trennung von Eltern oder auch der Beginn einer neuen Schule sein. Die betroffene Person fühlt sich überfordert, und die Probleme können das tägliche Leben beeinträchtigen. Anpassungsstörungen können sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Bei einigen Menschen äußert sich die Störung in starker Traurigkeit oder Ängsten, bei anderen kann sie sich in Wutausbrüchen oder Rückzug von Freunden und Familie zeigen. Auch körperliche Symptome wie Schlafstörungen oder Kopfschmerzen können auftreten.

Depressive Störung

Eine Depression ist mehr als nur eine vorübergehende schlechte Stimmung. Wenn jemand unter einer Depression leidet, fühlt er oder sie sich über längere Zeit traurig, leer oder hoffnungslos. Oft kommt auch ein Gefühl der inneren Leere oder Müdigkeit hinzu, dass den Alltag schwer macht. Eine depressive Episode bedeutet, dass diese Symptome über Wochen oder Monate andauern.

 Wie zeigt sich eine Depression bei Kindern?

Bei Kindern kann eine Depression anders aussehen als bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. Während ältere Jugendliche vielleicht über ihre Traurigkeit sprechen oder sich zurückziehen, zeigen sich Depressionen bei Kindern oft durch Verhaltensänderungen: Sie können plötzlich aggressiver werden, mehr weinen oder Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Auch körperliche Symptome wie Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen können auftreten.

Was ist der Unterschied zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen?

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind die Symptome oft klarer, da sie häufig auch über Gefühle wie Hoffnungslosigkeit oder Leere sprechen. Die Depression kann sich hier in Antriebslosigkeit, Schlafstörungen oder auch in Selbstzweifeln und sozialem Rückzug äußern.

Warum passiert das?

Depressionen können durch verschiedene Faktoren entstehen, z. B. durch Stress, belastende Erlebnisse oder eine Kombination von genetischen und körperlichen Veränderungen. In der Pubertät kommt es zu vielen Veränderungen im Körper und in den Gedanken, was das Risiko für eine Depression erhöhen kann.

Essstörung

Essstörungen sind ernste psychische Erkrankungen, bei denen das Essverhalten stark gestört ist. Sie betreffen nicht nur die Ernährung, sondern auch die Gedanken und Gefühle rund um das Essen und den eigenen Körper. Bei Jugendlichen können Essstörungen schwerwiegende Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit haben, aber mit der richtigen Unterstützung ist es möglich, sich zu erholen.

Es gibt verschiedene Arten von Essstörungen, die unterschiedliche Verhaltensweisen und Gedanken beinhalten:

Anorexie

Bei Anorexie essen Betroffene viel weniger, als sie eigentlich brauchen. Sie haben ständig Angst, zuzunehmen, und sehen sich selbst als übergewichtig, obwohl sie es nicht sind. Sie kontrollieren ihre Nahrungsaufnahme extrem und treiben oft übermäßig Sport.

Bulimie

Bei Bulimie essen Betroffene große Mengen an Nahrung in kurzer Zeit (Fressattacken), um sich danach zu „entleeren“, indem sie erbrechen oder Abführmittel nehmen. Dies passiert, um die Kontrolle über das Gewicht zu behalten, obwohl sie in der Regel mit den Essanfällen nicht zufrieden sind.

Binge Eating

Bei dieser Essstörung essen Betroffene sehr viel auf einmal. Sie haben häufig das Gefühl, die Kontrolle über das Essverhalten zu verlieren und fühlen sich danach schuldig oder beschämt.

Lernstörungen

Lernstörungen umfassen verschiedene Schwierigkeiten beim Erlernen grundlegender Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben oder Rechnen, ohne dass körperliche oder geistige Einschränkungen vorliegen. Menschen mit Lernstörungen benötigen oft individuelle Unterstützung und Förderung, um ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ihre Herausforderungen im Alltag zu bewältigen.

Lernstörungen können in verschiedenen Formen auftreten:

Legasthenie / Lese-Rechtschreibstörung

(LRS) Betroffene haben Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben, obwohl sie grundsätzlich die nötige Intelligenz besitzen.

Dyskalkulie

(Rechenstörung) Betroffene zeigen Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen und mathematischen Konzepten. Sie haben oft Probleme beim Verstehen von Zahlen, beim Rechnen oder beim Anwenden von mathematischen Operationen, auch wenn ihre intellektuellen Fähigkeiten im Normbereich sind.

Nonverbale Lernstörung

Liegt eine Nonverbale Lernstörung vor, werden vor allem visuelle und räumliche Informationen schwer verarbeitet, was sich beispielsweise in Schwierigkeiten beim Erkennen von Mustern oder beim Verstehen komplexer visueller Anleitungen zeigt.

Kombinierte Störungen schulischer Fertigkeiten 

Tritt eine kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten auf, sind mehrere Lernbereiche betroffen– etwa eine Mischung aus Legasthenie, Dyskalkulie und anderen Schwierigkeiten. Betroffene haben Schwierigkeiten beim Erlernen schulischer Fertigkeiten, obwohl sie über einen IQ-Wert im Normbereich verfügen.

PTBS

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine Traumafolgestörung. Sie kann entstehen, wenn jemand ein extrem belastendes oder beängstigendes Ereignis erlebt hat. Das kann ein Unfall, Gewalt, Missbrauch, der Verlust eines geliebten Menschen oder auch eine Naturkatastrophe sein. Auch Dinge, die indirekt miterlebt werden, wie z. B. das Beobachten eines schlimmen Ereignisses, können eine PTBS auslösen.

Bei einer PTBS verarbeitet das Gehirn das Erlebnis nicht „normal“, sondern das Trauma bleibt im Gedächtnis präsent und löst starke Gefühle aus – oft, als würde es immer wieder geschehen. Die Symptome können je nach Alter und Persönlichkeit unterschiedlich sein. Häufige Anzeichen sind:

  • Wiedererleben des Traumas: Albträume, Flashbacks (Erinnerungen, die sich anfühlen, als ob das Ereignis erneut passiert), oder die Person wird durch Kleinigkeiten getriggert.
  • Vermeidung:Orte, Situationen oder Dinge, die an das Ereignis erinnern, werden gemieden. Der oder die Betroffene möchte vielleicht nicht mehr darüber sprechen.
  • Ständige Anspannung:Schlafprobleme, Reizbarkeit, Wutausbrüche, Nervosität oder eine übermäßige Schreckhaftigkeit.
  • Gefühlsveränderungen:Rückzug, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit oder das Gefühl, dass nichts mehr Freude macht.

Jüngere Kinder zeigen oft auch körperliche Beschwerden wie Bauch- oder Kopfschmerzen oder spielen das traumatische Erlebnis in ihren Spielen nach. 

Regulationsstörung im Baby- und Kleinkindalter:

Regulationsstörungen 

betreffen die Fähigkeit von Kindern, ihre körperlichen und emotionalen Bedürfnisse wie Schlaf, Hunger, Energie und Gefühle zu regulieren. Kinder mit einer Regulationsstörung haben oft Schwierigkeiten, sich in bestimmten Situationen zu beruhigen oder anzupassen, was zu wiederkehrendem Stress für das Kind und die Familie führen kann. Diese Störungen können sich auf verschiedene Weisen zeigen, je nachdem, in welchem Bereich die Regulation Schwierigkeiten macht – sei es beim Schlafen, Weinen, Essen oder der emotionalen Kontrolle. Zu den häufigsten Arten von Regulationsstörungen zählen:

Schlafstörungen

Bei Schlafstörungen haben Kinder oft Probleme, einzuschlafen oder durchzuschlafen. Sie wachen häufig auf, haben Angst vor dem Schlafen oder wachen sehr früh auf und sind dann nicht mehr müde. Auch das Weinen oder Albträume können Teil der Schlafproblematik sein. 

Die Fütterstörung 

beinhaltet Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme, wie das Verweigern von Mahlzeiten oder das Essen in sehr unregelmäßigen Abständen. Manche Kinder zeigen auch auffällige Essgewohnheiten, wie übermäßiges Essen oder die Ablehnung bestimmter Nahrungsmittel.

Emotionale Regulationsstörung

(Schreibabys) Bei emotionalen Regulationsstörungen können Kinder sehr schnell und intensiv auf Reize reagieren und haben oft Schwierigkeiten, sich nach stressigen Erlebnissen zu beruhigen. Häufige Wutausbrüche, übermäßiges Weinen oder Unruhe sind Anzeichen einer solchen Störung.

Somatoforme Störungen

Somatoforme Störungen sind psychische Erkrankungen, bei denen körperliche Symptome im Vordergrund stehen, die jedoch keine ausreichende medizinische Ursache haben. Oft sind sie mit Gefühlen wie Angst oder Stress verbunden. Es ist wichtig, dass Kinder oder Jugendliche Hilfe erhalten, um die Ursachen für ihre Beschwerden zu verstehen. Die wichtigsten Formen sind:

Somatisierungsstörungen 

im Kindes- und Jugendalter sind psychische Erkrankungen, bei denen körperliche Beschwerden auftreten, die keine klare medizinische Ursache haben. Das bedeutet, dass Kinder und Jugendliche regelmäßig über Schmerzen oder andere körperliche Symptome klagen, obwohl keine körperliche Erkrankung dahintersteckt. Diese Symptome können beispielsweise Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder auch Müdigkeit sein. Die körperlichen Beschwerden sind oft Ausdruck von (inneren) Konflikten, Ängsten oder emotionalen Belastungen. Das Kind oder der Jugendliche kann die Gefühle, die sie belasten, nicht direkt ausdrücken und zeigt sie daher über körperliche Symptome.

Somatisierungsstörungen können das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen, etwa in der Schule oder im sozialen Umfeld. Deshalb ist es wichtig, die zugrunde liegenden psychischen Belastungen zu erkennen und eine passende Behandlung zu finden. 

Hypochondrie

Kinder und Jugendliche mit dieser Störung machen sich ständig Sorgen, krank zu sein. Sie denken, sie haben eine ernsthafte Krankheit, obwohl die Untersuchungen immer wieder zeigen, dass alles in Ordnung ist. Diese ständige Angst kann zu vielen Arztbesuchen führen.

Konversionsstörung

Bei dieser Störung treten plötzlich körperliche Symptome wie Lähmungen oder Probleme beim Sprechen auf, die keine medizinische Erklärung haben. Diese Symptome können durch großen Stress oder schwierige emotionale Situationen entstehen.

Schmerzstörung

Bei dieser Störung steht der chronische Schmerz im Mittelpunkt, der keine ausreichende körperliche Ursache hat. Die Schmerzen können an verschiedenen Körperstellen auftreten und sind oft mit emotionalen Belastungen verbunden.

Körperdysmorphe Störung

Hier sind Betroffene sehr besorgt über ihr Aussehen. Sie denken, sie hätten einen schlimmen Makel, obwohl andere diesen oft gar nicht bemerken. Sie beschäftigen sich ständig mit ihrem Aussehen und versuchen, den Makel zu verstecken oder zu verändern.

Ticstörung

Eine Tic-Störung ist eine Erkrankung, bei der jemand unkontrollierbare Bewegungen oder Geräusche macht. Diese Bewegungen oder Geräusche nennt man Tics. Sie passieren plötzlich und unbewusst, und die betroffene Person hat oft das Gefühl, dass sie sie nicht kontrollieren kann. Tics können sich unterschiedlich zeigen und sowohl körperlich als auch verbal sein. Tic-Störungen beginnen oft im Kindes- oder Jugendalter, meist zwischen dem 5. und 10. Lebensjahr. Zu Beginn können die Tics nur vereinzelt auftreten, aber im Laufe der Zeit können sie häufiger und intensiver werden. Manchmal können Tics auch vorübergehend verschwinden und dann wieder auftauchen.

Es gibt zwei Hauptarten von Tics:

motorische Tics (körperliche Bewegungen, z. B. Augenblinzeln, Zucken mit den Schultern oder Hüpfen)

vokale Tics (Geräusche oder Laute, z.B. verschiedene Geräusche wie Räuspern, Husten oder ungewöhnliche)

Und zwei Hauptarten von Tic-Störungen:

Vorübergehende Tic-Störung:

Wenn Tics weniger als ein Jahr dauern, spricht man von einer vorübergehenden Tic-Störung. Diese Tics treten manchmal während stressiger Phasen auf und verschwinden oft von selbst.

Chronische Tic-Störung:

Tics, die länger als ein Jahr anhalten, können als chronische Tic-Störung diagnostiziert werden. Diese Tics können motorisch oder vokal sein und über Jahre hinweg bestehen bleiben.

Es gibt auch eine spezifische Form von Tic-Störung, die als Tourette-Syndrom bekannt ist. Beim Tourette-Syndrom gibt es sowohl motorische als auch vokale Tics, die über längere Zeiträume hinweg anhalten.

Wichtig: Tic-Störungen sind weit verbreitet und können in den meisten Fällen gut bewältigt werden. Wenn du oder jemand, den du kennst, Tics hat, ist es wichtig zu wissen, dass es Unterstützung gibt und dass Tics in der Regel keine langfristigen Gesundheitsprobleme verursachen. Die richtige Behandlung und Unterstützung können helfen, das Selbstbewusstsein zu stärken und den Umgang mit den Tics zu erleichtern.

Trauma und Traumafolgestörungen

Manchmal passieren Dinge in unserem Leben, die sehr beängstigend, schmerzhaft oder verwirrend sind. Das können z. B. ein Unfall, ein schlimmer Streit, Gewalt oder ein großer Verlust sein. Wenn solche Erlebnisse so stark auf uns wirken, dass sie unser Leben weiterhin beeinflussen, nennt man das ein Trauma. Es fühlt sich an, als ob die Erinnerungen an das Ereignis immer wiederkommen oder als ob der Körper und die Gefühle das Erlebnis nicht „loslassen“ können.

Ein Trauma kann sich auf verschiedene Arten zeigen. Manche Menschen fühlen sich oft traurig, wütend oder ängstlich, ohne genau zu wissen, warum. Andere erleben immer wieder die gleichen Gedanken oder Bilder im Kopf, die nicht verschwinden wollen und/oder leiden unter Albträumen. Manchmal reagiert auch der Körper mit Herzklopfen, Zittern oder Bauchschmerzen. Viele Menschen versuchen dann, Dinge zu vermeiden, die sie an das Erlebnis erinnern könnten. All das kann sehr anstrengend sein – doch es gibt Hilfe!

Verhaltensstörung

Manchmal fällt es schwer, sich so zu verhalten, wie es von einem erwartet wird. Verhaltensstörungen sind Muster von auffälligem Verhalten, die über längere Zeit bestehen und den Alltag belasten können – zum Beispiel in der Schule, zu Hause oder in der Freizeit. Dieses Verhalten fällt oft aus dem Rahmen dessen, was für das Alter als „normal“ gilt, und kann zu Konflikten mit anderen führen.

Wichtig: Wenn jemand sich „schwierig“ verhält, steckt oft viel mehr dahinter. Es geht nicht darum, dass man absichtlich „schlecht“ ist. Verhaltensstörungen sind ein Zeichen dafür, dass etwas nicht passt und dass Unterstützung gebraucht wird. Es ist mutig, nach Hilfe zu suchen und an sich zu arbeiten – und es lohnt sich immer, etwas zu verändern.

Zwangsstörungen

Von einer Zwangsstörung spricht man, wenn bestimmte Gedanken oder Verhaltensweisen immer wieder auftauchen, auch wenn man sie gar nicht haben will. Diese Gedanken und Handlungen nennt man Zwänge.

Zwangsgedanken sind Gedanken, die immer wieder in den Kopf kommen und Angst oder Unruhe auslösen. Zum Beispiel: „Was, wenn ich krank werde?“ oder „Was, wenn ich einen Fehler mache?“ Um diese Gedanken zu beruhigen, macht man bestimmte Dinge immer wieder, auch wenn es keinen Sinn ergibt. Zum Beispiel: Sich ständig die Hände waschen, weil man Angst vor Bakterien hat, alles genau in einer bestimmten Reihenfolge machen, um „Unglück“ zu vermeiden, oder ständig kontrollieren, ob die Tür abgeschlossen ist, obwohl man es schon weiß. Das nennt man Zwangshandlungen. 

Was passiert bei einer IQ-Testung und was sagt das aus?

Ein IQ-Test misst, wie gut du in verschiedenen Bereichen wie Denken, Problemlösen, Erinnern und Verstehen bist. Bei der Testung wirst du Aufgaben bekommen, die unterschiedliche Fähigkeiten herausfordern, zum Beispiel Muster erkennen, Logikaufgaben lösen oder Wörter erklären.

Der Test zeigt, wie schnell du bestimmte Aufgaben lösen kannst, aber er misst nicht alles, was dich als Person ausmacht, wie Kreativität oder soziale Fähigkeiten. Es ist wichtig zu wissen, dass der IQ-Test nur eine Momentaufnahme ist – er gibt einen Eindruck von deinen Fähigkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt, aber er zeigt nicht dein gesamtes Potenzial oder sieht deine Entwicklung vorher.

Ein hoher IQ-Wert bedeutet nicht unbedingt, dass du in allem der Beste bist, und ein niedriger IQ-Wert bedeutet nicht, dass du nicht klug bist. Jeder Mensch hat unterschiedliche Stärken. Die Ergebnisse des Tests können dabei helfen, deine Stärken und Schwächen besser zu verstehen und eventuell die passende Unterstützung zu finden.

Bin ich unnormal, wenn ich zum Psychotherapeuten gehe?

Nein, überhaupt nicht! Es ist völlig normal, sich Unterstützung zu holen, wenn man mit schwierigen Gefühlen oder Gedanken zu kämpfen hat. Ein Psychotherapeut hilft dir, besser mit deinen Sorgen und Herausforderungen umzugehen – genauso wie du einen Arzt aufsuchst, wenn du körperliche Beschwerden hast.

Psychotherapie ist eine Chance, mehr über dich selbst zu erfahren und Lösungen für Probleme zu finden. Viele Menschen, auch nutzen diese Möglichkeit, um sich zu entspannen und wieder zu mehr Lebensfreude zu kommen.

Was soll ich meinen Freunden oder Lehrern sagen, wenn ich zur Therapie gehe?

Du kannst selbst entscheiden, wem du von deiner Therapie erzählst und wie viel du teilen möchtest. Manche sagen einfach, dass sie mit jemandem sprechen, um Unterstützung bei ihren Gefühlen oder Herausforderungen zu bekommen – ähnlich wie bei einem Arztbesuch.

Wichtig ist, dass deine Therapeutin nichts, was du in der Therapie besprichst, ohne deine ausdrückliche Erlaubnis weitergeben darf. Das bedeutet, dass sie nicht einmal sagen darf, dass du in Therapie bist, es sei denn, du möchtest es selbst mitteilen. Sie unterliegt der Schweigepflicht, das heißt, sie gibt keine Informationen an deine Freunde, Lehrer oder andere Personen weiter.

Bei Minderjährigen können die Eltern in sehr seltenen Fällen informiert werden, aber nur, wenn es eine akute Gefahr für dich oder andere gibt. In anderen Fällen müssen deine Eltern nichts wissen, es sei denn, du möchtest es ihnen selbst erzählen.

Es ist also ganz allein deine Entscheidung, was du teilen möchtest. Wenn du das Gefühl hast, dass jemand es wissen sollte, kannst du es selbst ansprechen.

Wie werden Nachteilsausgleiche an Schulen in NRW gehandhabt?

In Nordrhein-Westfalen haben Schülerinnen und Schüler, die aufgrund von Lernstörungen wie z.B. Legasthenie (LRS) oder Dyskalkulie (Rechenstörung) sowie anderen besonderen Bedürfnissen Unterstützung benötigen, Anspruch auf Nachteilsausgleiche. Diese Anpassungen sorgen dafür, dass alle Schüler*innen unter fairen Bedingungen ihre Leistungen zeigen können. Das können zum Beispiel mehr Zeit bei Klassenarbeiten oder Vokabeltests, spezielle Hilfsmittel wie die Nutzung eines Taschenrechners oder ein individuell angepasstes Lernumfeld sein.

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